Laufzeit und Verlängerung transparent formulieren
Vertragsbeginn, Mindestlaufzeit, Verlängerung und ordentliche Kündigungsfrist gehören in einen übersichtlichen Abschnitt. Die Regelung muss zur Kundengruppe passen. Für Verträge mit Verbrauchern gelten besondere Grenzen und bei online abschließbaren Dauerschuldverhältnissen kann zusätzlich die gesetzliche Kündigungsschaltfläche relevant sein.
Die Banida-Vorlage ist auf B2B-Nutzung ausgerichtet. Auch zwischen Unternehmen sollten lange Bindungen und automatische Verlängerungen wirtschaftlich begründet, klar dargestellt und rechtlich geprüft werden.
Kündigungsweg und Zugang nachweisbar machen
Benennen Sie zulässige Kommunikationswege, Empfänger und erforderliche Vertragsreferenz. Eine Kündigung sollte dem Vertrag eindeutig zugeordnet und ihr Eingang bestätigt werden können.
Außerordentliche Kündigungsrechte werden nicht durch beliebige Beispiele ersetzt. Wenn besondere Gründe oder Heilungsfristen vereinbart werden sollen, benötigen sie eine rechtliche Prüfung, damit gesetzliche Rechte nicht unbeabsichtigt eingeschränkt werden.
Übergabepaket bereits im Vertrag definieren
Das Exit-Paket umfasst mindestens aktuelle Systemdokumentation, vereinbarte Quell- und Konfigurationsstände, ein geprüftes Backup, offene Tickets sowie eine Liste externer Dienste. Format, Übertragungsweg und Zeitpunkt werden vorher bestimmt.
Die Übergabe muss zur technischen Architektur passen. Ein Datenbankexport allein ist nutzlos, wenn Medien, Umgebungsvariablen oder Wiederherstellungshinweise fehlen. Bei Plattformen wie Shopify stehen andere Export- und Rechtefragen im Mittelpunkt als bei einem selbst gehosteten WordPress-System.
- System- und Kontenübersicht
- Aktueller Datei- und Datenbankstand
- Dokumentation individueller Anpassungen
- Offene Fehler, Risiken und Termine
- Ansprechpartner für eine begrenzte Übergabephase
Domains, Konten und Lizenzen sauber zuordnen
Die Domain und zentrale Plattformkonten sollten möglichst auf das Unternehmen registriert sein. Der Anbieter erhält rollenbasierte Zugänge. So kann die Zusammenarbeit beendet werden, ohne Eigentums- oder Verfügungsfragen erst unter Zeitdruck zu klären.
Bei Themes, Plugins, Schriften, Bildern und SaaS-Apps wird dokumentiert, wer Vertragspartner ist, ob Lizenzen übertragbar sind und welche Kosten nach Vertragsende weiterlaufen. Nicht übertragbare Agenturlizenzen benötigen einen Ersatzplan.
Rechte entziehen und Daten kontrolliert löschen
Nach bestätigter Übergabe werden nicht mehr benötigte Konten, API-Schlüssel und Administrationsrechte entzogen. Ein gemeinsames Abschlussprotokoll hält Zeitpunkt, Restzugänge und noch laufende externe Verträge fest.
Soweit Daten im Auftrag verarbeitet wurden, müssen Rückgabe und Löschung mit dem AV-Vertrag abgestimmt sein. Gesetzliche Aufbewahrungspflichten und technisch begründete Sicherungszyklen werden berücksichtigt; pauschale Versprechen einer sofortigen Löschung aus jeder Sicherung sind häufig nicht realistisch.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Welche Unterlagen brauche ich beim Anbieterwechsel?
Systemübersicht, Zugänge, aktuelle Sicherung, Code- und Konfigurationsstand, Lizenzliste, offene Tickets und Ansprechpartner sind die wichtigsten Bestandteile.
Wem sollte die Domain gehören?
Für Unternehmen ist es regelmäßig sinnvoll, selbst als Domaininhaber und primärer Kontoinhaber geführt zu werden und Dienstleistern passende Rollen zu geben.
Gilt die Kündigungsschaltfläche auch für B2B-Verträge?
§ 312k BGB betrifft die dort beschriebenen Verbraucherverträge. Die Banida-Vorlage ist ausdrücklich ein B2B-Arbeitsmuster.



